Reha für Kliniken in Not Ein Beitrag von Dr. Christian Kaufmann

Sanierung von Krankenhäusern in der Insolvenz
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Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland ist nach wie vor schlecht. Zwar hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr etwas verbessert. Nach dem unlängst erschienen Krankenhaus Rating Report 2016 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsförderung (RWI) schreiben jedoch 23 % der 870 untersuchten deutschen Krankenhäuser weiterhin rote Zahlen. Immer noch 11 % weisen eine erhöhte Insolvenzgefahr auf. Dabei geht es den Krankenhäusern im Westen schlechter als den Kliniken im Osten. Besonders betroffen sind die Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg.

Die Gründe für diese dramatische Situation liegen in dem extensiven Verdrängungswettbewerb aufgrund der bestehenden Überkapazitäten auf dem deutschen Krankenhausmarkt bei gleichzeitig gestiegenem Kostendruck durch das aktuelle System der Krankenhausfinanzierung.→ weiterlesen

Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung – Erfolgsrezept mit Risiken und Nebenwirkungen Ein Beitrag von Prof. Dr. Volker Römermann und Dr. Achim Zimmermann

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Jetzt sind es schon drei Jahre, seit den Angehörigen der freien Berufe die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung als Gesellschaftsform zur Verfügung steht. Anfänglich wurde die „klassische“ Partnerschaftsgesellschaft von ihrer Zielgruppe nicht gerade euphorisch aufgenommen. Die jüngere Variante gewinnt deutlich mehr Anhänger.

Mangelnde Haftungsbeschränkung kein Argument mehr

Viele Freiberufler verharren gedankenlos in ihrer ursprünglichen Gesellschaftsform – meist war es eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Diese Zurückhaltung setzte sich auch noch nach 1994 fort, obwohl die Anwalts-GmbH, ab 1995 die Partnerschaft (klassisch) und später die Anwalts-AG als Rechtsformvarianten hinzu kamen. Hierfür gibt es – neben dem Erfahrungssatz mit dem „Schuster in eigenen Sachen“ – verschiedene Gründe: Einerseits war die Haftungsstruktur der seit 1995 möglichen Partnerschaftsgesellschaft in ihrer ersten Version nicht das, was sich viele erhofft hatten. Eine umfassende Haftungsbeschränkung ähnlich der einer juristischen Person hatte der Gesetzgeber damals schlichtweg abgelehnt, das sei mit dem Wesen der freien Berufe nicht zu vereinbaren. Daneben wurde insbesondere bei den rechtsberatenden Berufen der Einwand laut, die Partnerschaftsgesellschaft könnte bei den Mandanten einen eher negativen Eindruck hinterlassen. Das alles ist passé. → weiterlesen

Der Bücherlotse oder stellvertretend für alle, die mich bislang durch die Literatur geführt haben

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Die Stimme weckte gleich meine Aufmerksamkeit als im »Buchhändlergespräch« im Deutschlandfunk der Buchhändler Klaus Bittner drei Literaturempfehlungen gab. Schön, dass die Buchhandlung auch nach Hause kommt, dachte ich, während ich zuhörte. Im Radiotempo ging es Schlag auf Schlag weiter. Erst ein Krimi, das interessierte mich eigentlich nicht, glaubte ich, aber dann packte mich seine Begeisterung und ich notierte mir den Titel, auch wenn die Moderatorin (es musste ja weiter gehen auf den Radiowellen) abrupt zur zweiten Empfehlung, einem Erzählband von Isaak Babel, schwenkte. Bittner änderte die Tonlage und umriss in wenigen Worten diese Entdeckung. Eigentlich hätte ich mich sofort auf den Weg machen müssen, um gleich bei ihm – und nur bei ihm – das Werk zu kaufen, nicht ohne noch ein paar begleitende Worte des Buchhändlers zu hören, warum man seinen Nachmittag oder Abend sofort mit diesem Buch verbringen sollte.

Ich blieb jedoch am Esstisch sitzen und lauschte weiter.  Die Moderation kam zum Schluss, das merkte ich der Stimme sofort an, aber die letzten 75 Sekunden füllte Bittner mit einer letzten Empfehlung. Ich war gebannt. Dann zog ich mich an und ging zu seiner Buchhandlung.→ weiterlesen

Britannien nach einem Brexit Alternativen zur Mitgliedschaft in der EU

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Ein Beitrag von Dr. Berthold Busch und Jürgen Matthes, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln. Der Text wurde ursprünglich auf der Seite des IW veröffentlicht und uns von den Autoren freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Da die Briten mehrheitlich für einen Austritt aus der EU gestimmt haben, wird jetzt über Alternativen zur Mitgliedschaft diskutiert. Zu den verschiedenen Möglichkeiten zählen die Modelle Norwegen, Schweiz, Türkei und die WTO-Mitgliedschaft, die jeweils mit unterschiedlichen Konsequenzen verbunden sind.

Viele Brexit-Befürworter glauben, dass dem Vereinig­ten Königreich (UK) auch nach einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) der europäische Binnenmarkt offensteht. Zugang zum EU-Binnenmarkt haben derzeit die drei EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein, die wie auch die EU dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören. Die Schweiz, ebenfalls EFTA-Mitglied, hat sich dem 1994 in Kraft getretenen Assoziierungsabkommen über den EWR nach einer ablehnenden Volksabstimmung nicht angeschlossen und ist mit der EU über viele bilaterale Verträge verbunden. Zwischen den drei Staaten, die zum EWR, aber nicht zur EU gehören, und der Union gelten die vier Freiheiten des Binnenmarktes: der freie Verkehr von Waren, Dienstleis­tungen, Personen und Kapital. Norwegen engagiert sich außerdem in einigen anderen Politikbereichen der EU (Open Europe, 2015, 36). Es gilt damit als das am engsten mit der EU verbundene Nichtmitgliedsland. Einem Bericht der norwegischen Regierung zufolge hat das Land ungefähr drei Viertel aller EU-Gesetze übernommen. Zugespitzt heißt es dort, das Land sei gleichzeitig in der EU und draußen (ONR, 2012, 3). Würde das UK eine mit Norwegen vergleichbare Bindung an die EU realisieren können, beeinträchtigte dies die wirtschaftlichen Beziehungen wohl am wenigsten.

Das hat jedoch seinen Preis: → weiterlesen

Die Buchbranche in zehn Jahren Kaffeesatzlesen für eine Dekade

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Die Zeitschrift „Streifband“ wird herausgegeben vom Studiengang Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig und erscheint seit 1996 jeweils zu den Buchmessen in Leipzig und in Frankfurt. Ende des letzten Jahres erhielt ich eine Anfrage der Streifband-Redaktion, ob ich für das Leipzig-Heft 2016 einen Text über die Zukunft der Buchbranche schreiben wolle. Zuerst war ich – ehrlich gesagt – etwas erschrocken ob dieser Herausforderung; der Umbruch in unserer Branche ist so gewaltig, dass ernsthafte Prognosen schwierig sind und man sich immer zu weit aus dem Fenster lehnt. Doch dann erschien diese Aufgabe in einem immer reizvolleren Licht, schließlich bin ich selbst sehr gespannt, was die nächsten Jahre bringen werden. So versuchte ich mich an einer Kaffeesatzleserei, um – rein subjektiv – vorherzusagen, wohin die Reise gehen mag. Der Text erschien ursprünglich in Streifband 27 im März 2016. Und jetzt noch einmal hier.

Betrachtungszeitraum

Vor dem Hintergrund der vielfältigen technischen Veränderungen in den letzten Jahren und einer Entwicklung, die gerade erst begonnen hat, genügt es, sich zehn Jahre als Betrachtungszeitraum vorzunehmen. In einer Dekade wird es technische Möglichkeiten geben, die wir uns im Moment noch nicht einmal vorzustellen vermögen. Bei einem Blick zurück erscheint es heute aber gleichzeitig absurd, dass vor einigen Jahren von so manchen ambitionierten Digitalpionieren der unmittelbar bevorstehende Tod des gedruckten Buches ausgerufen wurde.

Buchbranche? Welche?

DIE Buchbranche gibt es nicht, zu vielfältig ist sie in ihren Ausprägungen. Zwei Bereiche klaffen in den Bereichen Digitalisierung und Rezeption bereits meilenweit auseinander: Das Fachbuch und der Bereich Belletristik/Sachbuch. Im Fachbuch ist die Digitalisierung besonders weit fortgeschritten, naturwissenschaftliches, aber auch juristisches Arbeiten ist ohne eJournals und Datenbanken schon längst nicht mehr denkbar. Der Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, auch bei den traditionell papieraffineren Juristen werden die Bibliotheksregale in den Kanzleien mehr und mehr verschwinden oder sich verkleinern. Verlage, die ihre Werke nicht in den marktführenden Datenbanken unterbringen können, haben bereits mittelfristig ein ernstes Problem – denn Fachautoren veröffentlichen nur dort, wo sie auch gesehen und zitiert werden. Momentan erwirtschaften bei allen großen Fachverlagen Zeitschriften und Loseblattwerke als Cash-Cows einen wichtigen Umsatzanteil. Die Herausforderung der Verlage besteht u.a. darin, insbesondere diesen Anteil ins Digitale zu übertragen. → weiterlesen

Brexit-Tränen in Oxford

The Oxford University City, Photoed in the top of tower in St Marys Church. All Souls College, United Kingdom, England
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Professor Dr. Reinhard Bork, Universität Hamburg, befindet sich zur Zeit zu einem Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford. Dort hat er unmittelbar die Wirkung der Brexit-Abstimmung auf die akademische Welt erlebt. Für den RWS Blog schreibt er darüber und erläutert auf eine sehr persönliche Weise, welche dramatischen Folgen das Abstimmungsergebnis für die englische Forschung und Wissenschaft haben wird.

Lesen Sie hier seinen Bericht:

„Let’s have lunch!“ Wenn man an einem Freitag Morgen um 8 Uhr von einer Oxforder Kollegin per E-Mail eine derart dringliche Aufforderung zum Mittagessen bekommt, muss schon etwas Besonderes passiert sein. In diesem Fall war zwei Stunden zuvor das Auszählungsergebnis zugunsten des Brexit verkündet worden, die Einladung also eine echte Solidaritätsadresse! Der Lunch fand im Senior Common Room eines der wohlhabendsten Colleges Oxfords statt und war eine der traurigsten Veranstaltungen, die dieses College je gesehen hat. Oxford hatte – wie viele andere Universitätsstädte – mit über 70% für „remain“ gestimmt. Niemand hatte erwartet, dass „leave“ gewinnen würde. Alle waren geschockt und konsterniert, wütend und traurig – das erste Mittagessen, bei dem tatsächlich und immer wieder Tränen flossen.

Die Universitäten fürchten jetzt um ihre Anbindung an die europäische Wissenschaftslandschaft. Sie erhalten aus Brüssel im Vergleich zu anderen Ländern überproportional viele Forschungsmittel, profitieren in ihren Forschungsteams von der Mitwirkung zahlreicher Wissenschaftler/innen aus EU-Ländern, sind Standort von europäischen Großforschungsanlagen und entsenden ein erhebliches Forscher-Kontingent in europäische Projekte auf den Kontinent. Alles das ist jetzt in Gefahr. Aber nicht nur im Großen, auch im Kleinen stellen sich viele Fragen: Kann ein englischer Jurist noch sinnvoll an einem Kommentar zum Europäischen Recht mitwirken? Kann ein solcher Kommentar noch vernünftigerweise in einem englischen Verlag veröffentlicht werden? Hat es noch Sinn, an einem dem Europäischen Recht gewidmeten Kongress in England teilzunehmen, wo doch feststeht, dass dieses Land an diesem Recht gar kein Interesse mehr hat?

Und was sind die Folgen für die Lehre? Deutschland entsendet jährlich etwa 13.000 Studierende nach England, die nur die (auch schon nicht unerheblichen) Inländer-Studiengebühren zahlen, während bei Studierenden aus anderen Staaten, etwas aus China, Russland oder den USA, ganz anders zugelangt wird. Müssen jetzt auch Studierende aus der EU mehr zahlen? Was ist mit dem europäischen Studentenaustauschprogramm „Erasmus“, das bisher englischen Studierenden ein Studienjahr auf dem Kontinent ermöglichte und solchen aus der EU das völlig gebührenfreie Studium in England? Fällt das alles jetzt fort? → weiterlesen

Kleine Fachverlage im Konzert der Großen

Markus-Sauerwald

In der Reihe „Sonntagsgespräch“ befragte die Zeitschrift BuchMarkt Markus J. Sauerwald, Verleger des RWS Verlags, über die Chancen und Möglichkeiten kleinerer (Fach)Verlage in einer sich immer schneller verändernden Medienwelt.

BuchMarkt: 2007 wechselten Sie von einem international operierenden Konzernunternehmen zu einem Kleinverlag mit etwa 20 Mitarbeitern. Was hat sie an dieser Entscheidung gereizt?

Die Entscheidung, einen Konzernverlag zu verlassen, habe ich nicht bereut. Die Fragestellung für einen (Fach)Verleger bleibt bei aller Größe gleich. Kann ich im Überfluss der Informationen Orientierung geben? Treffe ich die richtige Auswahl? Stelle ich das Wissen in zeitgemäßer Form den Lesern zur Verfügung? Gereizt hat mich, dass bei diesem Prozess die Gestaltungsmöglichkeit in kleinen Häusern ungleich größer ist.

BuchMarkt: Warum ist das so?

Die Möglichkeiten kleiner Verlage im Vergleich zu den Universalanbietern haben sich in den letzten Jahren immer mehr angeglichen. Eingehende Manuskripte zu digitalisieren und in allen Formen anbieten zu können, ist heute keine Frage des Geldes. Die Entscheidungswege sind kürzer, die schlanke Kostenstruktur erleichtert die Planung. Bei RWS hatten wir 2007 exzellente Inhalte, aber keine modernen Prozesse, um diese Inhalte in einem modernen Format verbreiten zu können. Aber es erwies sich als weniger schwierig, die analoge Herstellungsform auf eine zeitgemäße digitale Produktion umzustellen. Wer klein ist, kann das radikal von einem auf den anderen Tag ändern. Das haben wir getan. → weiterlesen

Medienbranche, Fachinformationen und Verlagsleben

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Der RWS Verlag ist einer der führenden Anbieter wirtschaftsrechtlicher Fachinformationen – besonders zu den Themenbereichen Insolvenzrecht, Gesellschaftsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht finden Praktiker bei uns alles, was sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. Alle unsere Produkte – Handbücher, Kommentare, Zeitschriften und Seminare – bieten wir auf der Verlags-Homepage rws-verlag.de an.

Hier auf dem RWS-Blog geht es uns vor allem darum, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Wir werden nicht nur Blogartikel zu Fachthemen veröffentlichen, sondern auch Berichte aus und über die Medienbranche sowie Eindrücke aus dem Verlagsalltag. Falls es so etwas wie „Alltag“ in einer Zeit der medialen Umbrüche überhaupt gibt.

Der vollständige Name des Verlags lautet RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH. Seit seiner Gründung 1977 liegt durch die enge Verzahnung von Seminarangeboten, Buchinhalten und Zeitschriftenbeiträgen der Fokus des Verlagsangebots auf der Kommunikation, auf dem Erfahrungsaustausch. Uns geht es darum, diesen Anspruch stets mit neuem Leben zu füllen und kontinuierlich auf allen Kanälen weiterzuentwickeln. Daher ist dieser Blog ein Experiment und wir sind gespannt, wohin die Reise gehen wird. Sind Sie dabei?

Wir freuen uns auf Sie.

Markus J. Sauerwald, Verleger
Uwe Kalkowski, Marketingleiter
und das gesamte Team des RWS Verlags.

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