RWS Verlag und NIVD kooperieren Gemeinsames Leitmotiv: Sanierung statt Zerschlagung

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Der RWS Verlag konnte die NIVD – Neue Insolvenzverwaltervereinigung Deutschlands e.V. als Kooperationspartner für den Lehrgang Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsexperte gewinnen. „Es passt für beide Seiten perfekt: Das Leitmotiv der NIVD lautet Sanierung statt Zerschlagung. Diese Haltung teilen wir und bieten mit unserem Fortbildungsangebot das fachliche Rüstzeug an“, so Rechtsanwalt Markus J. Sauerwald, Verleger des RWS Verlags.

In den letzten Jahren wurde das Insolvenzrecht durch den Gesetzgeber sukzessive von einem Abwicklungs- zu einem Sanierungsinstrument umgebaut. Neue Sanierungsmöglichkeiten wie etwa der Ausbau des Insolvenzplanverfahrens oder die Schaffung des Instruments der Eigenverwaltung erfordern auch neue Formen der Fachinformation. Diese Entwicklung wird von den Anbietern insolvenz- und sanierungsrechtlicher Fachinformationen begleitet. Bei RWS ist neben zahlreichen in den letzten Jahren erschienenen Handbüchern, Kommentaren und Leitfäden insbesondere der Lehrgang Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsexperte ein wichtiger Baustein im Fortbildungsangebot.

Die Neue Insolvenzverwaltervereinigung Deutschlands e.V. engagiert sich intensiv für eine weitere Stärkung des Sanierungsrechts und sanierungsrechtlicher Kompetenzen. Im Zuge der Kooperation gewährt der RWS Verlag daher allen NIVD-Mitgliedern 10% Rabatt auf die Teilnahme am zwei Mal jährlich angebotenen Lehrgang Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsexperte.

Rechtsanwältin Dr. Susanne Berner, Vorstandsvorsitzende der NIVD: „Wer heute in unserem dynamischen Geschäftsfeld langfristig erfolgreich sein will, muss seine Kenntnisse durch Fortbildung stets auf dem neuesten Stand halten. Und der RWS Verlag bietet genau dies für unsere Mitglieder – aktuelle, umfangreiche und kompetente Weiterbildungsangebote. Wir freuen uns, dass wir durch die Kooperation unseren Mitgliedern die Möglichkeit bieten können, ihre Kompetenzen, insbesondere in komplexen Restrukturierungs- und Sanierungsprozessen, weiter auszubauen.“

Dr. Watson – Assistent oder Meister?! Wie künstliche Intelligenz juristische Arbeiten erledigen wird.

Die Digitalisierung entfaltet eine solche Dynamik, dass sie schon jetzt viele Routinejobs in vielen Branchen bedroht. Doch die überwiegende Zahl der Juristen hat den neuen Kollegen »Künstliche Intelligenz« bislang noch nicht besonders ernst genommen. Grund genug, ihn einmal zu besuchen und zu erfahren, wie es um seine Ausbildung steht und wie gut er im juristischen Arbeitsalltag zurechtkommt.

Mit einer Gruppe von Juristen, bunt gemischt aus Anwälten, juristischen Verlegern, Softwareanbietern und Berufsverbandsvertretern besuchten wir, glänzend organisiert von Soldan, unter dem Motto »Legal meets Watson« den neuen allwissenden Kollegen am Zürichsee im »IBM Research Lab« in Rüschlikon.

Manche halten »Watson« für eine Marketingidee des Computerriesen IBM. Das wollten wir nun überprüfen, denn näher als bei unserem Besuch konnten wir ihm kaum kommen.

Die Grundlagen

Stefan Mück ist Watson-Experte bei IBM. Man muss nicht alles begreifen, was er als Fachmann in Fragen der Künstlichen Intelligenz erläutert, aber es klingt überzeugend: Er beschreibt, wie das Programm mühelos enorme Textmengen strukturiert und Informationen ausliest und zwar so gut, dass es bei dem kniffligen US-amerikanischen Quizspiel »Jeopardy!« die besten bis dahin bekannten menschlichen Spieler schlug. Dies sollte nur der spielerische Beginn einer Programmierung sein. Dann setzte man Watson auch auf andere Gebiete an.
Der Erläuterung der Funktionsweise von Watson zu folgen, war atemberaubend und kurzweilig. Watson liest, dokumentiert die Ergebnisse seines Lesepensums in Dateien, gegebenenfalls korrigiert der menschliche Programmierer und »trainiert« dadurch das Programm.

Am Ende seiner Ausführungen hatten wir eine Vorstellung vom Stand der Möglichkeiten, auch wenn sich diese in kürzester Zeit vermutlich deutlich weiter entwickeln werden. Aber doch blieb die ermutigende Erkenntnis: Das Wissen kommt nicht von selbst, der Mensch hilft nach.

IBM-Ingenieur Costas Bekas weitete unseren Blick für die Möglichkeiten von Watson und beschrieb Felder, in denen kognitive Fähigkeiten der Menschen, wie Gedächtnis, Sprache, Wahrnehmung, Problemlösen, geistiger Wille, Aufmerksamkeit als »kognitive Architektur« in Programmen realisiert werden. Hier fühlte ich mich schon fast wie in der Faust’schen Studierstube. Wer ist der arme Tor, der Mensch oder die Maschine?

Doktor Faustus sinniert bei Goethe: »Zwar weiß ich viel, doch möcht‘ ich alles wissen«. Aber käme er noch gegen Watson an?

Ob in der Medizin oder im Dienstleistungssektor, der IBM-Alleswisser stellt Diagnosen und erkennt Trends, weil das Programm es versteht, Daten zu verknüpfen, Muster zu entdecken und Schlüsse zu ziehen.

Die dafür erforderliche Rechenleistung kommt nicht von ungefähr. Das IBM-Labor, bewusst auf solidem Schweizer Fels gebaut, beherbergt einen der wenigen Quantencomputer, der sich längst nicht mehr auf die Verarbeitung von Einsen und Nullen beschränkt, sondern zweidimensional arbeitet und enorm viele Rechenvorgänge verarbeiten kann. Bei diesem Arbeitspensum kommt er ordentlich ins Schwitzen und muss bei einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt werden. Der Blick auf diesen Superrechner war nur durch ein Sichtfenster möglich und hatte durchaus die Anmutung des Kämmerchen des Supererfinders Daniel Düsentrieb.

Die Praxis

Dirk Hartung ist Legal-Tech-Leiter an der Bucerius Law School. Er bringt Juristen ohne Vorkenntnisse die Funktionsweise von technischen Lösungen im Recht in drei Wochen im Rahmen der Ausbildung bei. Michael Friedmann ist Gründer einer Online-Rechtsberatung. Er sucht nach Lösungen, um die Beratung durch intelligente Programmunterstützung kostengünstiger durchzuführen.

Beide vermittelten uns am Nachmittag praktisch, wie im juristischen Bereich mit dem Kollegen Watson gearbeitet werden kann und moderne Anwendungen aussehen könnten.

Beide brachten nichtstrukturierte Beispieldaten mit und überließen diese uns und unseren Notebooks, damit wir sie für ein Training mit Kollege Watson einsetzen konnten.

Beim Hartung-Projekt sollte das Programm aus Tausenden BGH-Entscheidungen anschließend erfolgreiche und nicht erfolgreiche Revisionen ermitteln.

Bei Friedmann wurde es noch konkreter. Watson sollte uns auf der Grundlage von 180.000 Fragen und Antworten seines Portals »frag-den-Anwalt« eine Rechtsauskunft auf eine beliebige Frage aus dem Familienrecht geben.

Bei beiden Projekten stellten wir Fragen an den künstlichen Kollegen, nachdem er in Windeseile Dokument für Dokument analysiert hatte. Fragen gestellt, Watson übernahm, wir bekamen Antworten – und waren in beiden Fällen durchaus beeindruckt! Juristische Expertise war ja ausreichend vorhanden, um die Qualität der automatischen Antworten zu messen.

Die Diskussion

Es liegt in der Natur der Sache, dass Anwälte, Softwarehersteller, Berufsvertreter und Verleger ganz unterschiedlich auf die enormen technischen Möglichkeiten und Potenziale reagieren. Das Wertvollste an einer solchen »Reise in die Zukunft« ist der Blick auf das Mögliche und der Austausch. Begeisterten Technikern stehen abwägende Juristen mit unterschiedlichen Interessen gegenüber. Intensiv wurde in den Pausen und beim Essen diskutiert und natürlich wurden keine abschließenden Antworten gefunden. Dies ist nur ein Bruchteil dessen, was wir in eineinhalb Tagen, inspiriert durch den Besuch, bewegten und auch im Nachgang auf verschiedenen Kanälen miteinander diskutierten.

  • Überflügeln Maschinen bald die Menschen?
    Im Dienstleistungsbereich – und dort ist der Anwalt ja tätig – verstehen KI-Systeme die Verbraucher besser und können ihm bei Standardfragen schneller weiterhelfen (»Chatbots?!«). Viele Routineaufgaben können von Programmen übernommen werden und werden auch schon durch Online-Rechtshilfe angeboten (»flightright«). Dies gilt auch für Standardkorrespondenz, etwa Anfragen oder Bestätigungen. Doch wo verläuft die Grenze von Assistenz zu individuellem Eingehen auf spezielle Bedürfnisse?
  • Ethische Fragen
    Welche Regeln legt man den Algorithmen zu Grunde? Wo erwartet der Kunde eine Auskunft durch eine Person? Wer bewertet die gefundenen Ergebnisse?
  • Sicherheit der Systeme
    Wo lauern Manipulationen? Wird der Mensch – wie in Chaplins »Modern Times« – ein von selbstlaufenden Maschinen bedrohtes Wesen, das durch deren Mechanismus eingesaugt wird?
  • Welche Erkenntnisquellen liegen zugrunde?
    Speisen sich KI-Systeme irgendwann vornehmlich aus Selbstproduziertem oder kommen neue Erkenntnisse hinzu?
  • Wo verläuft derzeit die Grenze der Möglichkeiten von KI-Systemen?

Aus meiner Sicht als Verleger bleibt: Fachinformation anzubieten, die menschengerecht den Leser durch eine Vielzahl vorhandener Fakten, automatisierter KI-gespeister Vorschläge und intelligenter Sammlungen führt, bleibt ein wichtiger Auftrag an diejenigen, die in der heutigen Internet-Ära Informationen zur Verfügung stellen.

Fachleute, die Strukturen vermitteln, aus dem Übermaß filtern und gewichten und über die Tagesaktualität hinausweisen, wird es in einer sich weiter verändernden Welt, die der Mensch selbst mitgestalten möchte, weiterhin geben müssen.

KI-Systeme bleiben trotz ihres enormen Potenzials das, was Watson bei Sherlock Holmes schon war: Assistenz!

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Auf Legal Tribune Online gibt es unter dem Titel »Recht aus dem Supercomputer«  einen sehr lesenswerten Bericht von Ilona Cosack über diese Legal-Tech-Exkursion zu IBM.

Und Nina Grubbert schreibt auf Soldan #insights unter »Legal meets Watson Tour 2018« ebenfalls über diese hochinteressante Reise in die Zukunft.

Perfektes Timing Die ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht 2018

Foto: Guido Schiefer

Unsere ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht – benannt nach der ZIP – Zeitschrift für Wirtschaftsrecht – findet traditionell immer im Frühjahr statt, diesmal am 9. März 2018. Damit fiel sie dieses Jahr mitten hinein in die verzögerte Regierungsbildung nach der letzten Bundestagswahl. So war es ein perfekter Zeitpunkt, sich über die kommende Rechtsentwicklung auf hohem fachlichen Niveau auszutauschen – aktueller geht es kaum. Und exakt an diesem Tag wurde das Kabinett der neuen Regierung vorgestellt.

Als Veranstalter wäre es nun natürlich nicht objektiv, die Tagung alleine aufgrund der aktuellen Terminierung – die zudem bei der Planung gar nicht abzusehen war – als gelungen zu bezeichnen. Daher sollen zwei Teilnehmer zu Wort kommen, die ihre persönliche Einschätzung auf unserem Feeback-Bogen hinterlassen haben. Zwei Meinungen, die uns sehr freuen:

„Das war eine ausgezeichnete Mischung aus praxisnahen und wissenschaftlich hochspannenden Themen, vorgetragen von namhaften Juristen, die einen daran erinnern, warum man sich für diesen Beruf entschieden hat.“

„Eine rundum gelungene Veranstaltung mit instruktiven und praxisnahen Vorträgen von hochkarätigen Referenten am gesellschaftsrechtlichen Puls der Zeit.“

Und das war der Tagungsablauf, Fotoimpressionen gibt es im Anschluss:

Die Tagungsleitung und Moderation lag in den Händen von Prof. Dr. Alfred Bergmann, Vorsitzender Richter am BGH a.D., und Prof. Dr. Dirk A. Verse, M.Jur. (Oxford), Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.

Die Referenten waren VorsRiBGH a.D. Prof. Dr. Alfred Bergmann, VorsRiBGH Prof. Dr. Ingo Drescher, MDB RA Dr. Stephan Harbarth, LL.M. (Yale), RA Dr. Dirk Kocher, LL.M. (Helsinki), Prof. Dr. Jens Prütting, LL.M.oec., Notar Dr. Joachim Tebben, LL.M. (Michigan) und Prof. Dr. Dirk A. Verse, M.Jur. (Oxford).

Die Tagung begann mit einem Vortrag von MDB RA Dr. Stephan Harbarth. In einem Bericht aus Berlin und Brüssel gab er einen rechtspolitischen Ausblick auf die kommenden Entwicklungen der nächsten Jahre. Direkt daran anschließend erläuterte RiBGH Prof. Dr. Ingo Drescher die aktuelle gesellschaftsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus erster Hand. Beide Vorträge brachten die Tagungsteilnehmer auf den neuesten Stand des Rechtsgeschehens.

Prof. Dr. Dirk A. Verse beschäftigte sich in seinem Vortrag mit aufsteigenden Sicherheiten und Kapitalerhaltung. Er analysierte die BGH-Rechtsprechung zur Sicherheitenbestellung, erläuterte die bilanzielle Betrachtungsweise und ging auf die Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit diesem Themenkomplex ein.

Über aktuelle Gestaltungsprobleme der GmbH sprach Notar Dr. Joachim Tebben. Insbesondere ging es dabei um Rechtsfragen des Transparenzregisters und der Gesellschafterliste einer GmbH sowie um aktuelle Fragen rund um die Liquidation einer GmbH.

In der danach folgenden Mittagspause wurde eifrig weiterdiskutiert, frisch gestärkt wartete dann auf die Teilnehmer der zweite Teil der Tagung.

RA Dr. Dirk Kocher startete mit seinem Vortrag in den Nachmittag. Er stellte ausgewählte Fragen der Organhaftung vor – ein Thema, das in der anwaltlichen Beratung immer wieder eine große Rolle spielt. Es ging um Haftung bei unklarer Rechtslage, um gestörte Gesamtschuld bei Organhaftungsfällen oder um Interessenkonflikte bei Organhaftungsfällen. Abgerundet wurde der Vortrag durch die Erläuterung des US-Bezugs und des Yates-Memorandums.

Rechtsgeschäfte mit Familiengesellschaftsbezug – ein komplexes Thema hatte sich Prof. Dr. Jens Prütting vorgenommen. Souverän erörterte er die damit verbundenen Besonderheiten und Fallstricke.

VorsRiBGH a.D. Prof. Dr. Alfred Bergmann hatte den letzten Vortrag des Tages übernommen. Er stellte ausführlich die jüngere Rechtsprechung des BGH zum Schiedsverfahren dar. Im Vordergrund standen dabei Schiedsvereinbarungen für Beschlussmängelstreitigkeiten und Entscheidungen zu Verletzungen des schiedsgerichtlichen Verfahrens.

Damit ging ein interessanter Tag zu Ende – mit vielen Diskussionen, Gesprächen, Austausch unter Fachleuten und Kollegen. Wir freuen uns schon auf die ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht 2019.

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Fotograf: Guido Schiefer

Übrigens: Mehr Fotos der ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht gibt es auf unserer Verlags-Homepage. Hier finden Sie zudem zahlreiche weitere Bilderstrecken von unseren Tagungen der letzten Jahre. Schauen Sie doch einmal vorbei.

Verlegen in Zeiten täglicher Medienrevolution Gedanken über Chancen und Herausforderungen

Verlegen im digitalen Zeitalter ist grenzenlos. Die angebotene Literatur kann überall dort, wo das Internet ohne Einschränkungen genutzt werden kann, in allen denkbaren Formen zugänglich gemacht werden. Als gedrucktes Buch, das in einer Buchhandlung gekauft oder online bestellt wurde, als elektronisches Werk in der Bibliothek des E-Readers, als strukturierte Datei in einer professionellen Datenbank und neuerdings auch über die Sprachausgabe aus »intelligenten« Lautsprechern.

Für einen Verleger ist die Vielzahl der Verbreitungswege zugleich herausfordernd und chancenreich.

Herausfordernd ist, die Fachliteratur technisch so auf Stand zu halten, dass sie – so wie früher das gedruckte Buch – über lange Zeiten verfügbar und zugänglich bleibt, unabhängig von Betriebssystemen, Geräten oder Moden.

Chancen ergeben sich durch das sich ändernde Informationsverhalten. Die Erschließung gewaltiger Bibliotheken über Suchfunktionen stellt Anforderungen an die Konzeption und die Texte selbst, fördert die Prominenz bestimmter Konzeptionsformen, die sich für eine Online-Information besser eignen und stellen auch Anforderungen an die Texte selbst, deren Aufbau und Formulierung auf die Anforderungen von Suchmaschinen ausgerichtet sein sollte.

Das öffnet neue Dimensionen in der verlegerischen Arbeit, die im Grundsatz aber das bleibt, was sie immer war: Verlage begleiten, spiegeln und kommentieren die Gegenwart und kreieren zeitgemäße Leseangebote – als Unterhaltung, als Information in einer menschenfreundlichen Aufbereitung – mit einer gewissen Souveränität gegenüber täglich ausgerufenen Medienrevolutionen.

Wie spielt die Musik? Von Schallplatten und E-Books

Bild: Photographierer.de

Es ist eine beeindruckende Graphik: Im Jahr 1976 wurden weltweit etwa 400 Millionen Schallplatten verkauft. Nur 16 Jahre später, im Jahr 1992 ist die Zahl kaum noch messbar. Die Tonträger aus Vinyl verschwanden innerhalb weniger Jahre von ihrer alles dominierenden Stellung nahezu in die Bedeutungslosigkeit.

Damals war auch ich wie so viele Millionen andere Teil dieses immensen Medienwandels. Als Schüler jobbte ich mir Geld zusammen und kaufte 1985 einen CD-Spieler. Dann ging es schnell und obwohl ich meine Schallplatten liebte, wurden sie zunehmend weniger benutzt; die CD-Sammlung nahm dagegen stetig zu. Für die Musikindustrie müssen das paradiesische Zeiten gewesen sein, CDs waren leicht herzustellen, einfacher zu lagern als Schallplatten und viele Fans kauften sich ihre Lieblingsplatten noch einmal auf CD neu. Das war der erste Schritt in Richtung Digitalisierung.

Es folgte der zweite Schritt, der über iTunes zum Streaming führte. Ein Schritt, den die Musikindustrie lange verschlief und die Folgen dauern nach wie vor an. Die Umsätze mit Tonträgern brechen immer weiter ein, die Hörgewohnheiten einer ganzen Generation haben sich massiv verändert, große Player wie Spotify oder Amazon beherrschen den Markt mit ihren geschlossenen Systemen.

Gerne wird diese Entwicklung auf die Buchbranche übertragen. Kann man das wirklich so einfach machen? Ich glaube nicht.→ weiterlesen

Herausforderung Digitalisierung: Unternehmen müssen in neuen Arbeitswelten agieren Eine Studie von Osborne Clarke

Bild: Photographierer.de

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt radikal und viele kommende Entwicklungen können wir uns heute noch gar nicht vorstellen. Umso wichtiger ist es, sich ständig mit diesem Thema zu befassen, denn ein Verharren in Gewohntem wird es nicht mehr geben.

Die Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke hat in Zusammenarbeit mit VB Research eine Studienreihe mit dem Titel »The Future of Work« gestartet. Der folgende Text ist ein erstes Ergebnis und wurde uns freundlicherweise für den RWS Blog zur Verfügung gestellt. Er gibt in erster Linie die Sichtweisen von Unternehmen wieder und beschreibt die Vereinbarkeit von Arbeitszeitmodellen der Zukunft mit den Bedürfnissen der nächsten Generationen von Arbeitnehmern.→ weiterlesen

Die Reform der EuInsVO Ein Beitrag von Prof. Dr. Heinz Vallender

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Bis zum 31.5.2002 gab es keinen rechtlichen Rahmen zur Koordinierung von internationalen Insolvenzen im Bereich der Europäischen Gemeinschaft. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom 29.5.2000 (ABlEG Nr. L 160/1 v. 30.6.2000, in Kraft getreten am 31.5.2002) hatte sich diese Situation grundlegend gewandelt. Sie beanspruchte Geltung ausschließlich im Verhältnis zu Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit Ausnahme Dänemarks und erfasste entsprechend ihrer Zielsetzung allein grenzüberschreitende Insolvenzverfahren innerhalb des Binnenmarktes.→ weiterlesen

Fragen der Zeit Urheberrecht, Open Access und Automatisierung in Anwaltskanzleien

Bild: Photographierer.de

Das Verlagsgeschäft insbesondere von Fachverlagen steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Reform des Urheberrechts, Open-Access-Publikationen und – im Fall der juristischen Fachinformationen – die Automatisierung in Anwaltskanzleien stellen große Herausforderungen für die Zukunft dar. Quasi als Zwischenstand möchte ich zu diesen Themen ein paar Worte äußern.→ weiterlesen

Buchhändler auf Büdchentour Der RWS-Buchhändlertreff 2017

Fachvortrag und Büdchentour: Der 10. RWS-Buchhändlertreff

Am 30. Juni 2017 fand zum zehnten Mal der RWS-Buchhändlertreff statt. Wie jedes Jahr hatten wir Fachbuchhändlerinnen und Fachbuchhändler aus ganz Deutschland zu uns eingeladen und auf die 20 Teilnehmer wartete ein abwechslungsreiches Programm.

Der Buchhändlertreff startete nach einer Begrüßung mit einem Fachvortrag von Oliver Hinte, den wir als Referenten gewinnen konnten. Hinte ist Fachreferent Rechtswissenschaft an der Universitätsbibliothek Köln und Geschäftsführer der dortigen Fachbibliothek Rechtswissenschaft. Weiterhin ist er Sprecher des Aktions­bündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft sowie Rechtsberater des Verbandes der Bibliotheken NRW (vbnw).→ weiterlesen

Legal Tech und Anwälte Vom freien Beruf zum Robo-Lawyer?

Fresko im »Arte Luise Kunsthotel«, Berlin

Der RWS Verlag war einer der Kooperationspartner der »Legal Transformation Days 2017«, einer Veranstaltung, die sich intensiv mit den kommenden Veränderungen im Markt der anwaltlichen Beratung beschäftigte. Als Verleger des RWS Verlags habe ich an dieser Konferenz teilgenommen und in diesem Beitrag meine Eindrücke festgehalten.

Seitdem 2017 zum Jahr des »Legal Tech« ausgerufen wurde, beschäftigt sich eine spürbar größer werdende Anzahl von Anwälten mit dem Phänomen der Digitalisierung. Dabei sind Anwälte mit technischen Lösungen schon lange vertraut: Kanzleisoftware, moderne Kommunikationsformen, Spracherkennung und digitale Ablagesysteme, juristische Datenbanken spielen in vielen Büros seit Jahren eine selbstverständliche Rolle.

Die Digitalisierung, d.h. die Veränderung von Arbeitsabläufen durch die zunehmende Nutzung digitaler Geräte und neuen Informations- und Kommunikationstechniken, scheint aber die bisherigen Geschäftsmodelle in manchen Teilen der Anwaltschaft ins Wanken gebracht zu haben. Vor allem in angelsächsischen Ländern lässt sich beobachten, dass anwaltliche Dienstleistungen als Produkt behandelt werden, das den Gesetzmäßigkeiten des Marktes gehorcht und zu Festpreisen oder in bestimmten »Ausstattungspaketen« gebucht werden kann. Die Mandanten, so heißt es in diesen Ländern, seien spätestens seit der Finanzkrise preisbewusster geworden. Dies wiederum habe Law Firms veranlasst, Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle zu verändern und in deren Folge auch über Arbeitsprozesse nachzudenken und diese effizienter zu gestalten.

Man durfte also gespannt sein, was die »Legal Transformation Days 2017«, veranstaltet von Handelsblatt Fachmedien, an neuen Erkenntnissen liefern und wie die besonderen deutschen Verhältnisse hier berücksichtigt würden.→ weiterlesen

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