DSGVO, Melatenfriedhof und Kölsch RWS-Buchhändlertreff 2018

Es ist inzwischen eine Tradition: Zum elften Mal fand im Juni 2018 der RWS-Buchhändlertreff statt. Etwa zwanzig Buchhändlerinnen und Buchhändler wurden in den Verlag eingeladen, es gab einen Fachvortrag zu einem aktuellen Thema, eine Stadtführung, die jedes Jahr andere Aspekte Kölns vorstellt, und einen Abend bei Kölsch und Essen in einem Kölner Brauhaus.

So schnell ausgebucht wie dieses Jahr war der Buchhändlertreff allerdings noch nie. Dies hatte wohl mit dem Thema des Fachvortrags zu tun, der den Titel trug „Datenschutz im Buchhandel – Was Sie im Hinblick auf die neue Datenschutzgrundverordnung jetzt beachten müssen“. Als Referent konnte Dr. Adil-Dominik Al-Jubouri gewonnen werden, der sich als Anwalt in der Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels seit Jahren mit dem Thema Datenschutz befasst und selbst als Datenschutzbeauftragter tätig ist. Auf seine Informationen aus erster Hand waren alle Teilnehmer gespannt – und sie wurden nicht enttäuscht.

Al-Jubouri sprach über die jetzt notwendigen Anpassungen der betrieblichen Abläufe, über Details bei der Ausgestaltung der eigenen Homepage und des Webshops oder darüber, was beim Versand von Newslettern zu beachten ist. Er erinnerte zudem daran, dass die zentralen Elemente der DSGVO schon seit mehreren Jahren geltende Vorschriften sind, bislang aber von vielen Marktteilnehmern nicht allzu ernst genommen wurden.

Bei einer Prüfung durch die Datenschutzbehörde ist ein aktuelles Verfahrensverzeichnis das zentrale Element des Prüfverfahrens. Als Tipp empfahl er, die Dokumentationen rund um das Verfahrensverzeichnis in Papierform abzulegen, so dass man im Fall einer Ermittlung den ermittelnden Beamten direkt einen Ordner überreichen kann, um so eine mögliche Beschlagnahme von Arbeitsmitteln wie Rechner oder Notebook zu vermeiden. Auch Zweifelsfälle sollten darin dokumentiert sein, Fragen, mit denen man sich auseinandergesetzt und die Antworten, die man darauf gefunden hat – denn entscheidend ist es nachzuweisen, dass man sich mit diesen Fragen beschäftigt hat. Das bürokratische Prozedere, das die Ausgestaltung der DSGVO in Deutschland mit sich bringt, macht einen schon etwas fassungslos. Oder, wie es RWS-Verleger Markus J. Sauerwald so treffend auf den Punkt brachte: „Wenn die Digitalisierung zur Wiederbelebung der Aktenordner führt.“

Natürlich ging es auch um das leidige Thema Abmahnungen. Momentan seien – so Al-Jubouri – noch kaum Abmahnungen bekannt geworden. Er gehe aber davon aus, dass Abmahnvereine erst einmal etwas Zeit verstreichen ließen; die erste Welle würde dann diejenigen treffen, die sich nicht um die DSGVO gekümmert haben.

Der Vortrag ging nahtlos in eine ziemlich lebhafte Diskussion über, in der über konkrete Umsetzungsprobleme gesprochen wurde, die allen Teilnehmern auf den Nägeln brannten. Rechtsanwalt Al-Jubouri gab souverän Auskunft, alle Anwesenden konnten von seinem profunden Fachwissen profitieren. Natürlich blieben zahlreiche Fragen offen, was aber dem Stand der DSGVO-Diskussion geschuldet ist, bei der es noch lange Zeit Unklarheiten und Umsetzungsschwierigkeiten geben wird, individuell und verordnungsbedingt.

Nach einer kurzen Pause konnten alle Teilnehmer des RWS-Buchhändlertreffs erst einmal kräftig durchatmen. Und zwar in der grünen Lunge mitten in der Stadt, auf dem Friedhof Melaten direkt neben dem RWS Verlag. Dieser Ort ist ein 1809 gegründeter Stadtfriedhof, mit 435.000 m² und über 50.000, zum Teil mehr als 200 Jahre alten Grabstätten eine der größten deutschen Ruhestätten, verwunschen, beeindruckend, überragt von prächtigen Bäumen.

Der Kölner Stadtführer Bruno Knopp, der im vergangenen Jahr unser Buchhandelsgäste auf eine Büdchentour mitgenommen hatte, lotste die Gruppe quer durch das weitläufige Gelände. Er erläuterte die geschichtliche Entwicklung des Friedhofs – die auch stets die architektonischen und gesellschaftlichen Veränderungen bestimmter Epochen widerspiegelt – und zeigte uns die Grabstellen bekannter Menschen.

Manche davon mit lokaler Berühmtheit, wie etwa Karl Küpper, auf dessen Grabstein „Karnevalist“ zu lesen ist und der es als einer der wenigen im Kölner Karneval gewagt hatte, während des „Dritten Reichs“ die Machthaber zu kritisieren. Was ihm ein Sprechverbot eintrug und nach dem Krieg eine gesellschaftliche Ausgrenzung, da er mit seinem mutigen Verhalten für viele Kölner ein personifiziertes schlechtes Gewissen darstellte. Andere sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, wie etwa Hans Böckler, der als Gewerkschaftsvorsitzender die Montanmitbestimmung der Arbeitnehmer ausgehandelt hat, oder Hans-Jürgen Wischnewski, dessen diplomatisches Geschick in der Außenpolitik des Kabinetts von Helmut Schmidt schon beinahe legendär war.

Eines der älteren Gräber ist dasjenige von Maria Clementine Martin, die nach der Schlacht von Waterloo 1815 für ihren Einsatz bei der Pflege der Verwundeten beider Seiten vom preußischen König eine Leibrente erhielt – der Grundstock für die Gründung ihres eigenen Heilpräparate-Unternehmens, das noch heute existiert und dessen wichtigstes Produkt als Klosterfrau Melissengeist auf dem Markt ist.

Die eineinhalb Stunden auf Melaten waren gefüllt mit Wissenswertem, mit Nachdenklichem mit Anekdoten, auch mit Skurrilem und es würde den Rahmen dieses Berichtes sprechen, alles wiedergeben zu wollen.

Der weitere Verlauf der Buchhändler-Tour führte hinein in den Stadtteil Lindenthal, vorbei an der Kirche Christi Auferstehung – um 1970 von Gottfried Böhm im Stil des Brutalismus errichtet – und entlang der Lindenthaler Kanäle. Sie wurden in den Zwanzigerjahren angelegt und gehörten eigentlich zu einer damals geplanten großflächigen Erweiterung des Stadtzentrums, die aber niemals zustande gekommen ist. Vorbei an prächtigen Gründerzeithäusern ging es direkt zum Ziel der Stadtwanderung: Ins Haus Schwan, einem Restaurant im Brauhausstil. Dort wurde dann bei Kölsch bis spät in den Abend hinein geredet, diskutiert und gelacht.

Für den RWS Verlag ist der RWS-Buchhändlertreff ein sehr wichtiger Termin im Jahresablauf. Der Austausch mit den Vertriebspartnern ist für beide Seiten bereichernd, persönliche Kontakte zu engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern durch nichts zu ersetzen. Wir freuen uns daher jetzt schon auf den RWS-Buchhändlertreff 2019, bei dem es hoffentlich ein anderes Fachthema zu besprechen gibt.

Im Blog Claudia plaudert hat Claudia Wagner, eine der Teilnehmerinnen des RWS-Buchhändlertreffs ihre Eindrücke festgehalten.

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Datenschutz nicht nur in der Insolvenzverwalterkanzlei: Warum drehen eigentlich alle durch? Ein Beitrag von Christian Weiß

DSGVO: Datenschutz in der Insolvenzverwalterkanzlei
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Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) findet seit dem 25. Mai 2018 vollumfänglich Anwendung. Der Autor dieses Beitrags befasst sich u. a. als Referent von – wie man sich vorstellen kann – zur Zeit gut besuchten Seminaren auf der einen Seite „theoretisch“, aber mit Kanzlei-Kollegen auch praktisch seit geraumer Zeit mit dem Thema Datenschutz – insbesondere in der Schnittmenge zur Insolvenzverwaltung. Seiner Auffassung nach zeigt sich im Besonderen: Ein höherer Sanktionsrahmen von bis zu 20 Millionen Euro bzw. 4 % des Vorjahresumsatzes scheint dazu zu führen, dass das Thema Datenschutz neuerdings landläufig ernst genommen wird. Und zwar in einer Ausprägung, dass man sich fragen muss, ob es bis dato kein Bundesdatenschutzgesetz gegeben hat? Es verwundert zudem, dass der 25. Mai 2018 scheinbar „aus heiterem Himmel“ über Deutschland insgesamt und die hiesigen Insolvenzverwalter im Besonderen hereingebrochen zu sein scheint. Dabei ist die DSGVO bereits im April 2016 in Kraft getreten!

Und nicht nur über Deutschland. Über ganz Europa und auch unsere Nachbarn in der Schweiz: Ein Schweizer IT-Dienstleister hat seine Kunden zutreffenderweise darauf hingewiesen, dass selbst dort die erhöhten Anforderungen über die Behandlung personenbezogener Daten der DSGVO zu beachten seien, sofern die dort gehosteten Webseiten auch in Europa abrufbar seien. Das Internet ist gar weltweit! Vielleicht ein erstes Anzeichen dafür, dass die Intention des DSGVO-Gesetzgebers und die Realität eklatant auseinanderfallen? Dies nicht so ganz. Möglicherweise müssen wir uns an die mit der DSGVO eingetretene, vermeintlich neue, eher verschärfte, jedenfalls noch ungewohnte Datenschutz-Realität erst gewöhnen. Oder ist das neue Datenschutzrecht vielleicht kaum oder nur schwer räumlich und rechts-tatsächlich eingrenzbar? Alles Sträuben nützt nichts. Das Datenschutzrecht in Ausprägung der DSGVO und des BDSG 2018 ist zu beachten wie jedes andere Gesetz auch!

Fakt 1: Seit dem Inkrafttreten der DSGVO gab es nahezu zwei Jahre Zeit, die Kanzleien und deren Abläufe auf den 25. Mai 2018 vorzubereiten. Um dieses „gefährliche“ Datum herum war aber gar eine gewisse Art von „Stichtags-Aktionismus“ zu beobachten – und zwar branchenübergreifend: Banken, Versicherungen, größere Unternehmen, Apotheken, kleine Werbeagenturen und sonstige Freiberufler, (Reit-) Vereine… alle meinten sich plötzlich vor den 20 Millionen-Strafen schützen zu müssen. Nur wie? Teilweise wurden (selbst von einer Rechtsanwaltskammer) Webseiten einfach offline genommen, so als sei man sonst „infiziert“?! Die Politik forderte – gleichsam auch eine Art Aktionismus – am 24. Mai 2018 gar den Schutz vor Abmahnungen auf Grundlage der DSGVO bzw. vor Abmahnungen wegen Wettbewerbsverstößen. Theoretisch stellt sich in dem Zusammenhang bereits die Frage, wo der von einem Wettbewerber abzumahnende Wettbewerbsvorteil des anderen per Verstoß gegen Datenschutz-Normen sein soll. Dies dürfte nicht nur Einzelfallbetrachtung sein. Bereits nach altem Datenschutzrecht war darüber hinaus schon streitig, ob bzw. wegen welchen Datenschutzverstößen überhaupt abgemahnt werden konnte. Zwar soll es seit dem 25. Mai 2018 bereits einige „DSGVO-Abmahnungen“ gegeben haben, die Art. 77 ff. DSGVO enthalten jedoch eine abschließende Regelung zur Ahndung von datenschutzrechtlichen Verstößen. Im Ergebnis dürfte daher nach neuem Datenschutzrecht eher keine Flut von UWG-Abmahnungen zu erwarten sein.

Die sukzessive, fortschreibende und konkret individuelle Befassung mit dem Datenschutzrecht neuer Ausprägung ist jedoch mehr als ratsam: In den entsprechenden Artikeln der DSGVO sind bis zu 70 Öffnungsklauseln für das nationale Recht enthalten. Diese gestatten es den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten bspw. in den Bereichen Datenschutzbeauftragter (Art. 37 Abs. 4 DSGVO) oder Informationspflichten/Widerspruchsrechte pp. (Art 23 DSVO) konkretisierende, ergänzende oder/und abweichende Vorschriften zu normieren. Dies bedeutet letztlich, dass in der Insolvenzverwalterkanzlei zukünftig auch die Vorschriften des neuen Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG 2018) ergänzend zu beachten sind; in vorgenannten Bereichen also insbesondere die §§ 32ff. BDSG 2018.

Was aber, wenn in der Insolvenzmasse bspw. Vermögenswerte in Österreich sind oder dort eine Niederlassung/Tochtergesellschaft eines insolventen deutschen Betriebes vorhanden ist? Österreich hat beispielsweise den Datenschutz (rechtzeitig vor Inkrafttreten der DSGVO) entschärft. Kurz gefasst sollen die meisten Datenschutzverstöße straffrei bleiben. Das „Abmahnwesen“ entsprechender öffentlicher Stellen wurde zudem finanziell „kalt gestellt“.

Wir werden als erstes Zwischenergebnis ganz im Zeichen eines vereinten Europa den neuen Gesetzesrahmen im Umgang mit personenbezogenen Daten kennenlernen, uns gar an ihn und ggf. in Ausprägung der jeweiligen nationalen Bundesdatenschutzgesetze zu gewöhnen haben. Jeder von uns. Unternehmer, Anwälte, Insolvenzverwalter und deren Mitarbeiter.

Fakt 2: Vieles steht heutzutage in datenschutzrechtlicher Hinsicht noch nicht fest. Kann es auch noch nicht: Google, Facebook und Co., Unternehmen wie DHL, Post, Ottoversand u. a. haben ganz andere unternehmerische Zuschnitte und Bezüge zu personenbezogenen Daten wie ein niedergelassener Apotheker, ein Reitlehrer oder eine Anwalts- bzw. Steuerberaterkanzlei. Es ist mit dem neuen Datenschutzrecht wie so oft im Leben: Dieses ist von den Unternehmen/Unternehmern, Insolvenzverwalterkanzleien pp. wie eine weitere Säule des Qualitätsmanagements einmal aufzusetzen und dann immer weiter fortzuentwickeln. Dies muss denknotwendigerweise in einem Team aus IT-ler, ggf. dem Qualitäts- und dem, sofern erforderlich und vorhanden, Datenschutzbeauftragten erfolgen.

Denn grundsätzlich als relativ sicher ist u. a. die Ausgestaltung als „Verbot mit Erlaubnisvorbehalt“: Personenbezogene Daten zu verwenden ist nach dem neuen Datenschutzrecht verboten – es sei denn, es ist ausnahmsweise zulässig (siehe Grafik oben, Stichwort „Zulässigkeit“).

Es empfiehlt sich zudem, zunächst die tatsächlichen technischen Gegebenheiten und Erfordernisse zu ermitteln. Was nützt mir bspw. ein Datenschutzhinweis zu einem Kontaktformular der Kanzlei, wenn sie auf der Webseite kein solches vorhält? Dies gilt entsprechend für Cookies, Facebook, Twitter und co. Verwendet die konkrete Kanzlei diese Social-Media-Kommunikations-Ebenen überhaupt? Nur dann müssen sie datenschutzrechtlich auch beachtet werden. Und zwar nach dem jeweiligen Stand der Technik; was auch für Verschlüsselungstechniken, Firewalls und Passwörter u. v. m. gilt (siehe Grafik oben, Stichwort „Standards/Zertifizierung“).

Daneben sollte jeder sensibel, jedenfalls sensibler, für den Umgang mit personenbezogenen Daten wie Namen, Geburtsdaten, aber auch personenbezogenen E-Mail-Adressen werden. Dem Stichwort „Organisation“ in der Grafik oben kann z. B. entnommen werden, dass Zugangs- und Zugriffvorkehrungen zu treffen sind. Dies kann „Marginalien“ wie die Entfernung des Schriftzuges „Server-Raum“ an eben diesem meinen, insbesondere aber auch die Implementierung von Passwortrichtlinien u. v. m.

Fakt 3: In Insolvenzverwalterkanzleien – da ist sich der Autor sicher – werden Daten und der Datenschutz auch in Zukunft dauerhaft einen besonderen Stellenwert finden: Daten sind heutzutage aus den schuldnerischen Betrieben nicht mehr wegzudenken. Oftmals stellen sie auch Vermögenswerte dar, die der Insolvenzverwalter (im Rahmen eines Asset-Deals) zu verwerten hat. Letztlich wird die datenschutzkonforme Abwicklung von Insolvenzverfahren sicherlich auch Gradmesser für eine qualitätsbewusste Insolvenzverwaltung auch bei den Gerichten sein. Kann dabei der sich nach dem Datenschutzrecht ordnungswidrig oder gar strafbar verhaltende Insolvenzverwalter sogar als „verbrannt“ gelten? Wir werden sehen. Ob dem Insolvenzverwalter bzw. seinem Team die Beschwerderechte des Betroffenen Schuldners/dessen Mitarbeiters nach der DSGVO die Abwicklung von Insolvenzverfahren erschweren, bleibt abzuwarten.

Hier ist ebenfalls vieles in Diskussion bzw. im Fluss. Beispielsweise die Frage, ob bzw. ab wann ein (vorläufiger) Insolvenzverwalter verantwortliche Stelle i. S. v. Art. 4 Nr. 7 DSGVO sein kann (dazu jüngst Thole, Der (vorläufige) Insolvenzverwalter als Verantwortlicher i. S. d. Art 4 Nr. 7 DSGVO – Insbesondere bei fehlender Inbesitznahme oder Freigabe von Daten und Datenträgern, ZIP 2018, 1001). Fragen über Fragen über weitere Fragen: Beispielsweise zur verschlüsselten Übersendung der Insolvenztabelle per E-Mail. Dazu kann auf Vorstehendes (Stichwort „Stand der Technik“) verwiesen und empfohlen werden, sich gemeinsam mit dem Kanzlei-IT-Verantwortlichen und entsprechenden Stellen am jeweiligen Insolvenzgericht in Verbindung zu setzen – und Lösungen zu erarbeiten. Man muss auch dort das Rad nicht neu erfinden. Beispielsweise bieten der Deutsche Anwaltverein u. a. Muster an, auf die man gut und gerne aufsetzen kann.

Fazit: Wir sind nun einmal im digitalen Zeitalter angekommen. Es ist an uns (Insolvenz-) Juristen, diese Herausforderung auch im Bereich des Datenschutzrechtes anzunehmen und mit zu entwickeln. Viel Erfolg und wenig unnötigen Aktionismus!

Über den Autor:

Christian Weiß ist Rechtsanwalt, Insolvenzverwalter und Fachanwalt für Insolvenzrecht am Kölner Standort von LEONHARDT RATTUNDE. Zudem ist er in der Insolvenzberatung, Prozess- und Verhandlungsführung tätig. Er ist Autor einer Vielzahl von Fachpublikationen, Kommentator im Nerlich/Römermann und Referent für Rechtsanwaltskammern, die Universität Lausanne u.a.

 

 

Seminartipp:

Datenschutz in der Insolvenzverwalterkanzlei
Aus der Praxis: Vom ersten Anruf bis zum Asset-Deal!
Erste Erfahrungen mit der DSGVO

Am 7. September 2018 in Köln
Referenten:
Nico Reisener, Wirtschaftsjurist und Datenschutzbeauftragter
RA Christian Weiß, FAInsR

Buchtipp:

Weiß/Reisener
Datenschutz in der Insolvenzkanzlei
ZIP-Praxisbuch
2018. Ca. 350 Seiten
Broschur ca. € 68,00
ISBN 978-3-8145-8242-9
In Vorbereitung für August 2018

RWS Verlag und NIVD kooperieren Gemeinsames Leitmotiv: Sanierung statt Zerschlagung

Bild: Fotolia

Der RWS Verlag konnte die NIVD – Neue Insolvenzverwaltervereinigung Deutschlands e.V. als Kooperationspartner für den Lehrgang Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsexperte gewinnen. „Es passt für beide Seiten perfekt: Das Leitmotiv der NIVD lautet Sanierung statt Zerschlagung. Diese Haltung teilen wir und bieten mit unserem Fortbildungsangebot das fachliche Rüstzeug an“, so Rechtsanwalt Markus J. Sauerwald, Verleger des RWS Verlags.→ weiterlesen

Dr. Watson – Assistent oder Meister?! Wie künstliche Intelligenz juristische Arbeiten erledigen wird.

Die Digitalisierung entfaltet eine solche Dynamik, dass sie schon jetzt viele Routinejobs in vielen Branchen bedroht. Doch die überwiegende Zahl der Juristen hat den neuen Kollegen »Künstliche Intelligenz« bislang noch nicht besonders ernst genommen. Grund genug, ihn einmal zu besuchen und zu erfahren, wie es um seine Ausbildung steht und wie gut er im juristischen Arbeitsalltag zurechtkommt.

Mit einer Gruppe von Juristen, bunt gemischt aus Anwälten, juristischen Verlegern, Softwareanbietern und Berufsverbandsvertretern besuchten wir, glänzend organisiert von Soldan, unter dem Motto »Legal meets Watson« den neuen allwissenden Kollegen am Zürichsee im »IBM Research Lab« in Rüschlikon.

Manche halten »Watson« für eine Marketingidee des Computerriesen IBM. Das wollten wir nun überprüfen, denn näher als bei unserem Besuch konnten wir ihm kaum kommen.→ weiterlesen

Perfektes Timing Die ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht 2018

Foto: Guido Schiefer

Unsere ZIP-Jahrestagung zum Gesellschaftsrecht – benannt nach der ZIP – Zeitschrift für Wirtschaftsrecht – findet traditionell immer im Frühjahr statt, diesmal am 9. März 2018. Damit fiel sie dieses Jahr mitten hinein in die verzögerte Regierungsbildung nach der letzten Bundestagswahl. So war es ein perfekter Zeitpunkt, sich über die kommende Rechtsentwicklung auf hohem fachlichen Niveau auszutauschen – aktueller geht es kaum. Und exakt an diesem Tag wurde das Kabinett der neuen Regierung vorgestellt.

Als Veranstalter wäre es nun natürlich nicht objektiv, die Tagung alleine aufgrund der aktuellen Terminierung – die zudem bei der Planung gar nicht abzusehen war – als gelungen zu bezeichnen. Daher sollen zwei Teilnehmer zu Wort kommen, die ihre persönliche Einschätzung auf unserem Feeback-Bogen hinterlassen haben. Zwei Meinungen, die uns sehr freuen:→ weiterlesen

Verlegen in Zeiten täglicher Medienrevolution Gedanken über Chancen und Herausforderungen

Verlegen im digitalen Zeitalter ist grenzenlos. Die angebotene Literatur kann überall dort, wo das Internet ohne Einschränkungen genutzt werden kann, in allen denkbaren Formen zugänglich gemacht werden. Als gedrucktes Buch, das in einer Buchhandlung gekauft oder online bestellt wurde, als elektronisches Werk in der Bibliothek des E-Readers, als strukturierte Datei in einer professionellen Datenbank und neuerdings auch über die Sprachausgabe aus »intelligenten« Lautsprechern.

Für einen Verleger ist die Vielzahl der Verbreitungswege zugleich herausfordernd und chancenreich.→ weiterlesen

Wie spielt die Musik? Von Schallplatten und E-Books

Bild: Photographierer.de

Es ist eine beeindruckende Graphik: Im Jahr 1976 wurden weltweit etwa 400 Millionen Schallplatten verkauft. Nur 16 Jahre später, im Jahr 1992 ist die Zahl kaum noch messbar. Die Tonträger aus Vinyl verschwanden innerhalb weniger Jahre von ihrer alles dominierenden Stellung nahezu in die Bedeutungslosigkeit.

Damals war auch ich wie so viele Millionen andere Teil dieses immensen Medienwandels. Als Schüler jobbte ich mir Geld zusammen und kaufte 1985 einen CD-Spieler. Dann ging es schnell und obwohl ich meine Schallplatten liebte, wurden sie zunehmend weniger benutzt; die CD-Sammlung nahm dagegen stetig zu. Für die Musikindustrie müssen das paradiesische Zeiten gewesen sein, CDs waren leicht herzustellen, einfacher zu lagern als Schallplatten und viele Fans kauften sich ihre Lieblingsplatten noch einmal auf CD neu. Das war der erste Schritt in Richtung Digitalisierung.

Es folgte der zweite Schritt, der über iTunes zum Streaming führte. Ein Schritt, den die Musikindustrie lange verschlief und die Folgen dauern nach wie vor an. Die Umsätze mit Tonträgern brechen immer weiter ein, die Hörgewohnheiten einer ganzen Generation haben sich massiv verändert, große Player wie Spotify oder Amazon beherrschen den Markt mit ihren geschlossenen Systemen.

Gerne wird diese Entwicklung auf die Buchbranche übertragen. Kann man das wirklich so einfach machen? Ich glaube nicht.→ weiterlesen

Herausforderung Digitalisierung: Unternehmen müssen in neuen Arbeitswelten agieren Eine Studie von Osborne Clarke

Bild: Photographierer.de

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt radikal und viele kommende Entwicklungen können wir uns heute noch gar nicht vorstellen. Umso wichtiger ist es, sich ständig mit diesem Thema zu befassen, denn ein Verharren in Gewohntem wird es nicht mehr geben.

Die Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke hat in Zusammenarbeit mit VB Research eine Studienreihe mit dem Titel »The Future of Work« gestartet. Der folgende Text ist ein erstes Ergebnis und wurde uns freundlicherweise für den RWS Blog zur Verfügung gestellt. Er gibt in erster Linie die Sichtweisen von Unternehmen wieder und beschreibt die Vereinbarkeit von Arbeitszeitmodellen der Zukunft mit den Bedürfnissen der nächsten Generationen von Arbeitnehmern.→ weiterlesen

Die Reform der EuInsVO Ein Beitrag von Prof. Dr. Heinz Vallender

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Bis zum 31.5.2002 gab es keinen rechtlichen Rahmen zur Koordinierung von internationalen Insolvenzen im Bereich der Europäischen Gemeinschaft. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom 29.5.2000 (ABlEG Nr. L 160/1 v. 30.6.2000, in Kraft getreten am 31.5.2002) hatte sich diese Situation grundlegend gewandelt. Sie beanspruchte Geltung ausschließlich im Verhältnis zu Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit Ausnahme Dänemarks und erfasste entsprechend ihrer Zielsetzung allein grenzüberschreitende Insolvenzverfahren innerhalb des Binnenmarktes.→ weiterlesen

Fragen der Zeit Urheberrecht, Open Access und Automatisierung in Anwaltskanzleien

Bild: Photographierer.de

Das Verlagsgeschäft insbesondere von Fachverlagen steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Reform des Urheberrechts, Open-Access-Publikationen und – im Fall der juristischen Fachinformationen – die Automatisierung in Anwaltskanzleien stellen große Herausforderungen für die Zukunft dar. Quasi als Zwischenstand möchte ich zu diesen Themen ein paar Worte äußern.→ weiterlesen

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